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Im Winter 1995, als ich wieder die Unterlagen des 1. FC Westfalia archivierte, fing Abi an, mir bei einer extrem starken Tasse Kaffe (lt. Abi musste der so sein) seine Lebensgeschichte zu erzählen:
Am 4. Februar 1916 in Dahlhausen als elftes von zwölf Kindern geboren, besuchte er von 1922 bis 1930 die katholische Volksschule in Dahlhausen an der Ruhr (heute: Bochum - Dahlhausen).
Am 15. September 1930 hielt er Einzug in die Missionsschule der Steyler in St. Arnold. Die Klasse wurde 1934
nach Steyl in Holland verlegt. Im Januar 1937 musste Adolf wegen Krankheit zurück ins Elternhaus.
An Ostern 1937
erhielt er die Möglichkeit das Hum.-Gymnasium in Essen-Steele zu besuchen, wo Adolf im September sein Abitur machte.
Anschließend Noviziat in St. Adelbert (Mehlsack-Westpreußen).
Im Herbst 1938 ging Adolf nach St. Augustin bei Bonn.
Dort absolvierte er sein zweites Noviziat und ein Hochschulstudium. Im Herbst 1939 fing er an in Paderborn Theologie
zu studieren.
Am 30. April 1940 wurde er nach Zoppot (Danziger Bucht) zur Wehrmacht eingezogen. Im Herbst des gleichen Jahres
erhielt er ein halbes Jahr Studienurlaub und machte in Philosophie sein Abschlussexamen. Zurück zur Wehrmacht musste Adolf
im Sommer 1941, wo er in Ostpreußen zu Beginn des Russlandfeldzuges stationiert wurde. Abi erzählte mir von
seinem Marsch bis Leningrad, wo er bis 1942 im Stellungskrieg verharren musste. Nach einer schweren Verwundung musste er sich
ein Jahr im Lazarett behandeln lassen. Anschließend erhielt er sechs Wochen Genesungsurlaub. Während seines Lazarettaufenthaltes
hatte er die Möglichkeit in Paderborn Theologie zu studieren. Ihm blieb der Weg zurück zur Wehrmacht nicht erspart, konnte aber
aufgrund seiner Verletzung einen Platz in der Schreibstube finden.
In der Karwoche 1945 erhielt er die erschütternde Nachricht vom Tode seines Vaters. Aus diesem traurigen Anlass erhielt Abi
Heimaturlaub.
Im Juli 1945 kehrte Adolf zurück nach Paderborn, wo er bis 1949 an der Pädagogischen Akademie unterrichtete.
Von Januar 1950 bis August 1956 war Abi im Volksschuldienst in Bochum tätig. Anschließend wechselt er als Vertreter zum
Paulusverlag.
Im Jahr 1959 kam Adolf zu der Westfalia Möbel in Recklinghausen, wo er in der Hauptverwaltung tätig war.
Am 6. April 1961 kam die Versetzung zur Westfalia Möbel in Hanweiler.
Am 15. Mai 1964 gründet Adolf Bings mit einigen Fußballinteressierten der Westfalia Möbel den 1. FC Westfalia. Abi
erarbeitet am 10. März 1967 in Kaprun (Österreich) eine Clubsatzung, in der er uns folgende Weisheit nahe legte:
Mens sana in corpore sano(Gesunder Geist in einem gesunden Körper)
Er führte den Club, wie er ihn nannte, in seiner ersten Amtsperiode bis 1974 als Präsident.
Im Sommer 1964 wurde Abi auch Vorstandsmitglied der Sportfreunde Rilchingen-Hanweiler.
Am 4. Juli 1971 übernahm er das Amt des Abteilungsleiters Fußball SFH und wurde am 21. Januar 1972 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt bekleitete er bis zum 20. Januar 1979.
1973 Eintritt in den Billardclub Hanweiler. Auch bei den Billardfreunden Hanweiler wurde er am 28. Oktober 1974 zum
ersten Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt hatte er fast 20 Jahre inne, bis er aus gesundheitlichen Gründen am 30. Januar 1994 vom
Amt zurück trat. Der Billardclub ernannte ihn daraufhin zum Ehrenpräsidenten.
Zum beruflichen Werdegang sei bis dato noch erwähnt, dass Abi im Herbst 1974 die Kündigung bei der Westfalia Möbel ausgesprochen bekam.
Von Juni 1975 bis Herbst 1982 arbeitete Abi bei der Firma SARGA in Hanweiler und ging anschließend in den wohlverdienten Ruhestand. Jetzt hatte Abi noch mehr Zeit sich um die Belange der einzelnen Vereine in denen er tätig war zu kümmern.
Am 20. Januar 1979 ernannten ihn die Sportfreunde Rilchingen-Hanweiler zum Präsidenten. Das Amt begleitete er bis zum 28. Januar 1993, als er aus dem Amt gedrängt wurde und schließlich zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.
Am 23. Februar 1981 Außerordentliche Mitgliederversammlung des 1. FC Westfalia.
Tagesordnung: Die Auflösung des Clubs Beginn 18.50 Uhr.
Zitat aus dem Protokoll vom 23. Februar.
TOP 4 Diskussion.
Der zweite Vorsitzende Fritz Szilinski erläutert den anwesenden Mitgliedern die Problematik des Clubs. Ehrenmitglied Adolf
Bings schildert in eindringlichen Worten die Geschichte des Clubs und spricht sich für ein Weiterbestehen dieser Gemeinschaft
aus. - Diese Diskussion dauerte bis 20.48 Uhr. Danach wurde abgestimmt.
Der Antrag lautete, den Club aufzulösen. Dafür sprach sich ein Clubmitglied aus, acht waren dagegen, vier enthielten sich der
Stimme. Damit war der Antrag abgelehnt und der Club 1. FC Westfalia 1964 Hanweiler besteht weiter.
Bei den anschließenden Neuwahlen wurde Abi von seinem Club erneut zum Präsidenten gewählt. Dieses Amt übte er bis zu seinem
Ableben am 12. Januar 2000 aus.
Am 4. Februar 1996gab Abi zu seinem 80. Geburtstag einen großen Empfang in der Sportklause Hanweiler. Viele Vereine,
mit denen er in all den Jahren zu tun hatte, kamen um Adolf Abi Bings zu gratulieren.
Sein großer Wunsch, das Jahr 2000 erleben zu dürfen ,wurde ihm gegönnt, ein anderer, 100 Jahre alt zu werden, nicht.
Abi sagte am Ende seiner Weihnachtsansprachen immer:
Wenn Weihnachten ist, dann wollen wir einander gedenken!
Ich hoffe, dass es zumindest unseren Mitgliedern nicht schwer fällt, sich ab und zu an diesen Satz zu erinnern und Abi noch lange in
guter Erinnerung zu behalten.
(Joachim Hubig, Chronist)